Sauna gesund oder nicht gesund ?

Sauna gesund oder nicht gesund ? 
Die Frage, ob Saunagänge gesund sind oder nicht, lässt sich mit wenigen Sätzen beantworten. Grundsätzlich gilt, dass das „Saunieren“ viele gute Auswirkungen auf den Körper hat. Aber jeder Saunabesucher sollte bestimmte Regeln beachten und nicht übertreiben mit dem Guten. Bei manchen Erkrankungen sollten Saunabesucher vorher mit ihrem Arzt absprechen, ob ein Saunabesuch ratsam ist.
Die sogenannte Schwitzstube aus dem finnischen Raum dient den Menschen schon seit alters her der Gesundheit, Entspannung und Geselligkeit. Hier herrschen -je nach Saunatyp- Temperaturen zwischen 40 und 110 Grad. Erzeugt wird die Hitze von Holz- oder Ölöfen, heutzutage eher von elektrischen Öfen, die problemloser zu handhaben sind.
Saunen sind in der Regel aus dem Naturstoff Holz gebaut, der die entstehende Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. So wird die drohende Schimmelbildung vermieden. Die Sitzbänke im Innenraum sind in zwei oder drei Stufen angeordnet, wobei die Temperatur im oberen Bereich am höchsten ist.
Mit den sogenannten Aufgüssen wird die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht. Dazu wird in regelmäßigen Abständen Wasser auf die Steine gegossen, die sich auf dem Saunaofen befinden. Außerdem wird dem Raum ständig Frischluft zugeführt.
Saunagänge sind gut für Kreislauf, Atemwege und Immunsystem. Sie tun Muskeln und Gelenken und besonders der Haut gut und sorgen außerdem für ein entspanntes Körpergefühl. Bis zu einem Liter Schweiß können bei den Saunagängen abgesondert werden. Doch was genau ist das Gute an der Sauna? Wie bewirkt sie körperliches und in vielen Fällen auch seelisches Wohlbefinden?
Der Anstieg der Körpertemperatur innerhalb kürzester Zeit regt das Immunsystem an, Abwehrstoffe zu bilden. Mit einem starken Immunsystem sind die Menschen auf Dauer besser geschützt vor Infektionskrankheiten. Besonders Erkältungserkrankungen können Saunagänge vorbeugen.
Durch die Hitze steht der Körper unter Stress und muss sein Bestes geben, um den Zustand auszugleichen. Die Blutgefäße weiten sich aus und lassen den Blutdruck sinken. Das Herz ist jetzt stärker gefordert, damit es alle Organe versorgen kann. Deshalb ist es wichtig, jeden Saunagang auf acht bis zwölf Minuten zu beschränken, damit das Herz nicht überfordert wird,
Gleichzeitig entspannen sich die Muskeln im Körper. Wer sich gerade sportlich betätigt hat und anschließend in die Sauna geht, kann so einem Muskelkater vorbeugen. Ebenso wirkt sich die Hitze positiv auf die Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen aus. Es kommt zu einer verbesserten und tieferen Atmung.
Auch die Haut verändert sich. Sie wird besser durchblutet und kann sich bis zu 40 Grad erhitzen. Allgemein erhöht sich in der Sauna die Körpertemperatur um ein bis zwei Grad. Deshalb ist die Abkühlung nach dem Saunagang dringend erforderlich. Hier ziehen sich die Blutgefäße schlagartig zusammen. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Adrenalin und Hormonen. Es ist gerade der Wechsel von Hitze und Abkühlung, der unseren Stoffwechsel ankurbelt.
In der anschließenden Entspannungsphase kommt der Körper wieder zur Ruhe.
Wer regelmäßig –etwa ein- bis zweimal wöchentlich- die Sauna besucht, kann bereits nach einem halben Jahr die vielen positiven Aspekte bemerken, die die Saunagänge bewirken. Die körperliche Abwehrkraft hat sich deutlich verbessert und vermutlich werden bestimmte Infekte und entzündliche Prozesse im Körper nicht mehr so häufig auftreten.
Regelmäßige Saunabesuche trainieren das Herz-Kreislauf-System und bewirken, dass der Körper viel besser mit Sauerstoff versorgt wird. Das schützt vor Risiken wie zum Beispiel dem plötzlichen Herztod oder anderen Herzerkrankungen.
Auf die Dauer verbessert sich auch das Hautbild. In der Saunahitze erweitern sich die Blutgefäße und ziehen sich bei der Abkühlung schlagartig wieder zusammen. Das trainiert die Haut und gibt ihr ein rosiges und frisches Aussehen. Abgestorbene Hautschuppen verschwinden und die feuchte Saunaluft kann bewirken, dass die Haut auf Dauer mehr Feuchtigkeit speichern kann. Das wiederum ist eine gute Möglichkeit, die Faltenbildung zu verhindern oder hinauszuzögern.
Nicht zuletzt trainieren regelmäßige Saunabesuche die Atemwege. Das wirkt sich besonders bei Menschen aus, die Probleme mit den Bronchien haben. Die heiße Luft entspannt die Atemmuskulatur und regt die Schleimproduktion an.
Doch das ist noch nicht alles, was es an Positivem über das Saunieren zu berichten gibt. So steigert sich das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden, weil die Produktion von Glückshormonen angeregt wird. Auch erhöht sich der Serotoninspiegel und fördert damit einen gesunden Schlaf. Außerdem konnten Studien belegen, dass sich ein Saunabesuch auf bestimmte Arten von chronischen Kopfschmerzen abmildernd auswirkt.
Bei diesen vielen positiven Auswirkungen scheint doch die Frage nach dem gesundheitlichen Stellenwert der Sauna beantwortet zu sein. Doch ganz so einfach ist es nicht. Es gibt bestimmte Situationen, in denen ein Saunabesuch nicht ratsam ist.
Wer gerade an einem Infekt erkrankt ist, der sollte nicht in die Sauna gehen. Der Körper ist in dem Moment mit der Genesung beschäftigt. Ein Saunabesuch könnte ihn zu sehr belasten. Auch, wer aktuell mit Asthma-Problemen zu kämpfen hat, sollte verzichten. Der Kälteschock beim Abkühlen könnte einen Asthmaanfall auslösen.
Auch bei Entzündungen von inneren Organen oder Blutgefäßen und bei offenen Wunden ist von der Sauna abzuraten, ebenso bei Nierenproblemen. Hier besteht die Gefahr, dass sich durch den Flüssigkeitsverlust der Urin zu stark konzentriert und dadurch Nierensteine bildet.
Wer Herzprobleme oder zu hohem Bluthochdruck hat, sollte eine sorgfältige Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt halten. Vielleicht sind „schonende“ Saunagänge möglich, bei denen zum Beispiel die Dauer des Aufenthalts in der Sauna genau eingehalten wird. Dabei können Saunen mit niedrigen Temperaturen gewählt werden. Auch die abschließende Abkühlung kann behutsam durchgeführt werden und muss nicht zwingend schockartig geschehen.
In Japan nahmen Patienten, die an einer chronischen Herzschwäche litten, an einem ärztlich überwachten Experiment teil. Sie besuchten fünfmal die Woche eine Infrarot-Sauna. Das Ergebnis war, dass sie danach wieder deutlich belastungsfähiger waren. Das Saunaerlebnis hatte auch einen hohen psychologischen Wert: Diese Menschen haben das Vertrauen in ihren Körper zurückgewonnen.
Immerhin konnten finnische Wissenschaftler in einer Langzeitstudie belegen, dass regelmäßiger Saunabesuch das Risiko eines plötzlichen Herztods und ebenso das Risiko, an einer anderen Krankheit zu sterben, deutlich verringert. Mit anderen Worten: Regelmäßiges Saunieren verlängert die Lebenszeit.
Wer dann noch die Regeln beachtet, die allgemein für die Sauna gelten, kann für sich tatsächlich einen deutlichen Zugewinn für Gesundheit und Wohlgefühl verbuchen. Die wichtigsten Regeln sind: die Zeit im Saunaraum nicht zu überschreiten, sich richtig abzukühlen, die Ruhezeiten einzuhalten und vor allem viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dann wird jeder Saunabesuch zum Genuss.